Michael Hocke

Den 1974 geborenen Michael Hocke sah man schon in frühester Jugend mit Buntstiften in der Hand lustige Formen kritzeln. Einer alten Legende zufolge war es um ihn geschehen, als er ein Titelbild der Zeitschrift "Eulenspiegel" erblickte. Damals hatte er noch keine Ahnung, dass darauf eine bekannte Filmszene mit einer Strandschönheit karikiert war. Beeindruckt von der europäischen Comic-Kultur begann er erst viel später, Anfang der neunziger Jahre wieder zu Zeichnen an.

Magazine wie u-comix, Schwermetall und Zeichner wie Enki Bilal übten einen nicht zu verleugnenden Einfluss auf ihn aus. Bleistift, Tusche und Aquarellfarben waren seine ersten Wrkzeuge, bis er sich (wieder autodidaktisch) die Geheimnisse der digitalen Bildbearbeitung einverleibte. Auch heute entstehen alle seine Figuren traditionell per Hand. Der Computer sorgt dabei für den letzten Schliff.

Wie er auf Pin-Up-Art gestossen ist, erklärt er folgendermaßen: "Erstens könnte ich da meine Faszination für das Design der 50er Jahre anführen. Diese Zeit des Aufbruchs und Aufschwungs findet sich auch in den visuellen Dingen des damaligen Lebens wieder. Eines dieser Dinge war da eben das Pin-Up. Die Motive der damaligen Zeit haben ihren ganz eigenen Reiz, den man heute vergeblich sucht.

Zweitens sind da cartoonhafte Illustrationen. Die, wenn man es genauer betrachtet, auch in jener Zeit ihren Anfang fanden. Im Bereich der Modezeichnung findet heute gar ein Revival der Illustration statt. Vielerorts identifiziert man sich lieber mit individuellen, abstrakten Figuren als mit hageren Fotomodels, denen das letzte Körnchen Emotion wegretuschiert wird.

Als ich mit meiner PinUpToons Serie begann, war es mein Ziel, vieles aus der Ära der Pinups einzubringen und mit heute populärem Cartoon-Look zu verbinden. Reizvoll und zugleich schwierig ist dabei die ständige Gratwanderung: Die heutige Auffassung von "sexy" ist nur sehr schwer mit dem damaligen "never show everything" zu vereinbaren. So gesehen sind die Pinuptoons eben nur meine ganz eigene Interpretation des Genres..."

Zur Galerie